
Inhalt
Definition und Entstehung von Regelschmerzen
Menstruationsschmerzen lindern: Diese 5 Tipps können helfen
Wann sollte ich bei Regelschmerzen zur Ärztin oder zum Arzt gehen?
Was kann man gegen extrem starke Regelschmerzen machen?
Diese Medikamente sind bei Menstruationsschmerzen sinnvoll
Was sollte man bei Regelschmerzen nicht tun?
Regelschmerzen lindern ist möglich
Regelschmerzen lindern: Was wirklich hilft

- 8 min Lesezeit
- Einsteiger:in
Viele Frauen erleben während ihrer Periode Schmerzen – von leichtem Ziehen bis hin zu Beschwerden, die den Alltag beeinflussen können.
Erfahre, welche Methoden wirklich helfen, wie du deinen Körper in dieser Phase unterstützen kannst – und wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen.
Etwa 67 Prozent der Frauen in Deutschland leiden während ihrer Menstruation unter Regelschmerzen. Weltweit liegt die Zahl laut einer aktuellen Metaanalyse sogar bei rund 71 Prozent. Während manche nur ein leichtes Ziehen im Unterleib verspüren, sind die Schmerzen bei anderen so stark, dass sie den Alltag erheblich einschränken können. Häufig kommen zu den Unterleibsschmerzen auch Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen hinzu. Darüber hinaus können weitere Beschwerden auftreten wie Erschöpfung und Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Übelkeit oder Erbrechen, Blähungen, Schlafstörungen und Schwindel.
Die gute Nachricht ist: Es gibt viele Möglichkeiten, wie du Regelschmerzen lindern kannst. Die Methoden reichen dabei von bewährten Hausmitteln bis hin zu individuell verschriebenen Medikamenten. In diesem Artikel erfährst du, welche Tipps wirklich gegen Menstruationsschmerzen helfen können und wann ärztlicher Rat spätestens notwendig ist.
Das Wichtigste im Überblick:
- Die häufigsten Beschwerden während der Menstruation sind Unterleibsschmerzen (Regelschmerzen), häufig begleitet von Rücken- oder Kopfschmerzen, Erschöpfung, Übelkeit oder Stimmungsschwankungen.
- Regelschmerzen können sowohl mit Hausmitteln als auch mit Medikamenten gelindert werden.
- Häufig hilft bei der Bewältigung der Symptome eine Kombination aus leichter Bewegung und Wärme.
Definition und Entstehung von Regelschmerzen
Regelschmerzen werden von Fachpersonen auch als Dysmenorrhö bezeichnet. Sie entstehen, wenn sich der Uterus während der Menstruation zusammenzieht, um die hoch aufgebaute Gebärmutterschleimhaut abzustoßen. Dabei werden Prostaglandine ausgeschüttet. Das sind hormonähnliche Stoffe, die Krämpfe und Durchblutungsstörungen im Unterleib verursachen können. Zusätzlich können auch bestimmte Erkrankungen wie Endometriose oder Myome (gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter) die Entstehung und Stärke von Regelschmerzen beeinflussen.
Menstruationsschmerzen können ganz unterschiedlich ausfallen und von einem leichten Ziehen im Unterbauch bis hin zu starken, krampfartigen Schmerzen reichen. Als Regelschmerzen bezeichnet man jene Schmerzen, die während der Blutung auftreten. Schmerzen, die bereits vor der Periode beginnen, gehören eher zu den Symptomen für das prämenstruelle Syndrom (PMS). Schmerzen nach oder außerhalb der Blutung können andere Ursachen haben.
Die Stärke von Regelschmerzen hängt in erster Linie von Hormonen, dem Vorliegen bestimmter Erkrankungen (z.B. Endometriose, Myome) und individuellen physiologischen Besonderheiten ab. Manche Frauen produzieren z.B. überdurchschnittlich viele Prostaglandine. Lebensstil und individuelle Empfindlichkeit spielen ebenfalls eine Rolle, aber einen deutlich geringeren als oft angenommen. Je nach all diesen Faktoren können die Schmerzen bei dir stärker oder schwächer ausfallen oder gar nicht erst vorhanden sein.
Begleitet werden etwaige Unterleibsschmerzen oft zusätzlich von Rückenschmerzen, Übelkeit, Kopfweh oder Erschöpfungsgefühlen. Regelschmerzen müssen in jedem Fall nicht einfach ausgehalten werden. Wann immer du dich durch deine Beschwerden belastet oder eingeschränkt fühlst, darfst und solltest du dir Unterstützung holen - sei es durch Hausmittel, Medikamente oder ärztliche Abklärung.
Menstruationsschmerzen lindern: Diese 5 Tipps können helfen
Du leidest Zyklus für Zyklus unter Regelschmerzen und möchtest aktiv etwas dagegen tun? Es gibt viele Strategien, um deine Beschwerden zu reduzieren.
Um die richtige Methode für dich zu finden, solltest du zunächst deinen Körper beobachten. Wann während deiner Periode treten welche Symptome auf? Wie belastend sind diese? Welche Strategie dir am besten im Umgang mit den Schmerzen hilft, ist individuell verschieden. Oft hilft eine Kombination aus mehreren Ansätzen. Das sind unsere fünf Tipps zur Linderung deiner Regelschmerzen:
1. Wärme gegen Unterleibsschmerzen
Wärme ist das klassische Mittel gegen Krämpfe. Eine Wärmflasche, ein Heizkissen oder ein warmes Bad entspannen deine Muskulatur und fördern außerdem deine Durchblutung. Auch Wärmepflaster für unterwegs sind praktisch. Die meisten Wärmepflaster gegen Regelschmerzen erzeugen Wärme durch Eisenoxidation. Allerdings enthalten sie keinen pharmakologischen Wirkstoff. Achte bei allen Wärmeanwendungen darauf, dass du dich nicht verbrennst und die Haut nicht zu lange hohen Temperaturen aussetzt.
2. Bewegung und leichte Aktivität
Hast du Schmerzen, fällt dir Bewegung möglicherweise schwer. Doch dich zu überwinden, kann heilsam sein. Sanfte Bewegung wie Spazierengehen, Yoga oder leichtes Stretching kann deine Durchblutung verbessern und Verspannungen lösen. Bestimmte Yogaübungen können den Körper entspannen und somit Schmerzen lindern.
3. Regelschmerzen mit Hausmitteln lindern
Viele setzen auf Hausmittel, um Schmerzen zu reduzieren. Viele davon basieren auf einem pflanzlichen Wirkstoff. So wirken beispielsweise Kräutertees mit Kamille, Frauenmantel oder Ingwer krampflösend.
4. Schmerzreduktion aus der Apotheke
Freiverkäufliche Schmerzmittel sind Mittel der ersten Wahl bei Regelschmerzen – und es ist völlig in Ordnung, sie zu nutzen. Du musst Schmerzen nicht aushalten. Am häufigsten eingesetzt werden nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen, da sie nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend wirken und direkt die Prostaglandinbildung hemmen. Auch krampflösende Mittel wie Buscopan (Butylscopolamin) können bei Unterleibskrämpfen gezielt helfen. Paracetamol ist eine weitere Option, wirkt aber weniger stark entzündungshemmend. Am besten nimmst du Schmerzmittel bereits beim ersten Auftreten der Beschwerden ein und nicht erst, wenn die Schmerzen sehr stark sind.
5. Ernährungsempfehlungen zur Unterstützung
Eine ausgewogene Ernährung kann bestimmte Menstruationsbeschwerden reduzieren. Besonders wichtig sind dabei die folgenden Nährstoffe und Ernährungsgewohnheiten:
- Omega-3-Fettsäuren (beispielsweise aus fettem Fisch, Leinsamen oder Walnüssen) wirken entzündungshemmend und können die Prostaglandinbildung hemmen.
- Magnesium ist zum Beispiel in Kürbiskernen, Haferflocken oder Nüssen enthalten und entspannt die Gebärmuttermuskulatur. Das kann wiederum bis zu einem gewissen Grad Krämpfe lindern.
- Vitamin D wirkt entzündungsregulierend und kann den Prostaglandinspiegel senken. In Lebensmitteln steckt es vor allem in fettem Fisch, Eiern und Pilzen wie Shiitake und Steinpilzen. Der größte Teil deines Vitamin-D-Bedarfs wird jedoch über Sonnenlicht gedeckt.
- Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte (nicht alle ballaststoffreichen Lebensmittel wirken gleich)
- Weniger Zucker, Alkohol und Koffein können zusätzlich helfen. Aktuell gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass der Verzicht auf Alkohol und Koffein in der ersten Zyklushälfte positive Auswirkungen auf deine Fruchtbarkeit hat. Der Effekt dürfte vor allem in der zweiten Zyklushälfte zum Tragen kommen.
6. Orgasmen – möglicherweise hilfreich
Sex ist nicht unbedingt das Erste, woran man denkt, wenn man von Periodenschmerzen geplagt ist. Es gibt die Überlegung, dass die während eines Orgasmus freigesetzten Hormone Dopamin, Endorphin und Oxytocin schmerzlindernd und entspannend wirken können.
Botenstoffe Dopamin, Endorphin und Oxytocin schmerzlindernd und entspannend wirken könnten. Wirklich gut untersucht ist das speziell für Regelschmerzen allerdings noch nicht. Wenn du Lust auf Selbstbefriedigung oder Sex hast, probiere gerne aus, ob dir das guttut. Höre dabei immer auf deinen Körper und tue nur das, worauf du wirklich Lust hast.
Wann sollte ich bei Regelschmerzen zur Ärztin oder zum Arzt gehen?
Empfindest du deine Schmerzen während der Menstruation als sehr stark? Erschweren sie deinen Alltag oder sind sie womöglich sogar von ungewöhnlichen Symptomen begleitet? In solchen Fällen solltest du dir Rat von deiner Ärztin oder deinem Arzt suchen.
Starke Unterleibsschmerzen können auch auf Erkrankungen wie Endometriose oder Myome (gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter) hinweisen. Eine gynäkologische Abklärung gibt dir Sicherheit und dient als Basis für die weitere Behandlung deiner Symptome.
Was kann man gegen extrem starke Regelschmerzen machen?
Bei extrem starken Schmerzen solltest du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Kurzfristig können Schmerzmittel, Wärme und Ruhe helfen. Langfristig solltest du jedoch abklären lassen, ob die Schmerzen durch Krankheiten wie beispielsweise Endometriose oder Adenomyose ausgelöst werden.
Diese Medikamente sind bei Menstruationsschmerzen sinnvoll
Wenn Hausmittel und Entspannungstechniken nicht ausreichen, können Medikamente eine wirksame Unterstützung sein. Amhäufigsten werden bei Schmerzen während der Periode sogenannte NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac eingesetzt. Diese hemmen die Bildung von Prostaglandinen, welche für deine krampfartigen Schmerzen während der Menstruation verantwortlich sind. Dadurch wirken sie nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend.
Eine weitere Möglichkeit ist Paracetamol, das ebenfalls schmerzstillend wirkt. Im Gegensatz zu NSAR-Medikamenten wirkt es allerdings weniger stark entzündungshemmend.
Bei wiederkehrenden und sehr starken Beschwerden können unter Umständen auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille oder die Hormonspirale eingesetzt werden. Sie verringern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und damit die Freisetzung von Prostaglandinen. Du bemerkst den Effekt dann an einer schwächeren oder selteneren Blutung und meist deutlich weniger Schmerzen.
Wichtig ist: Medikamente sollten immer individuell dosiert und nicht dauerhaft ohne Begleitung durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen eingenommen werden. Vor allem bei chronisch starken Unterleibsschmerzen ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich.
Was sollte man bei Regelschmerzen nicht tun?
Nachdem du nun weißt, was bei leichten und starken Regelschmerzen helfen kann, stellst du dir möglicherweise die Frage: Was soll ich in einer Schmerzphase während der Menstruation eigentlich besser vermeiden?
Empfohlen wird, den Koffein- und Alkoholkonsum drastisch zu reduzieren. Während Koffein deine Krämpfe verstärken kann, ist Alkohol dafür bekannt, nicht nur Stimmungsschwankungen, sondern auch die Regelschmerzen selbst zu verstärken. Bewegung kann generell bei Regelschmerzen helfen. Das gilt nicht nur für sanfte Formen des Trainings. Studien zeigen, dass sowohl leichtes als auch intensives Training ähnlich gut zur Schmerzreduktion beitragen kann. Das Wichtigste ist, auf deinen eigenen Körper zu hören: Ob Spaziergang, Yoga oder intensiveres Training – wenn es dir guttut und du Lust darauf hast, ist es in Ordnung.
Grundsätzlich solltest du aber immer das tun, was dir während deiner Menstruation guttut. Hör auf deinen Körper!
Regelschmerzen lindern ist möglich
Auch wenn Regelschmerzen belastend sind, bist du ihnen nicht hilflos ausgeliefert. Wärme, Bewegung, Hausmittel, ein bewusster Lebensstil und bei Bedarf auch Schmerzmittel können deine Beschwerden spürbar reduzieren. Du musst Regelschmerzen nicht einfach aushalten. Durch Ausprobieren verschiedener Methoden findest du heraus, was deinem Körper und deiner Psyche wirklich guttut.
Wenn deine Periodenschmerzen über mehrere Zyklen hinweg besonders stark sind oder sich negativ verändern, solltest du ärztlichen Rat einholen. Nur so kannst du mögliche Ursachen abklären lassen und behältst deine Lebensqualität auch während der Menstruation.
Dieser Artikel wurde von Alina Haidacher verfasst.