Hormonverlauf im Zyklus: Wie sich deine Hormone über die Zeit verändern

null Alina Haidacher
Alina Haidacher
am 23.02.2026
  • 5 min Lesezeit
  • Fortgeschritten

Dein Zyklus wird von einem fein abgestimmten Hormonsystem gesteuert – und das beeinflusst weit mehr als nur deine Fruchtbarkeit. Erfahre, welche Hormone in welcher Phase aktiv sind, warum Östrogen und Progesteron steigen oder fallen und wie sich das auf Energie, Stimmung und Wohlbefinden auswirkt.

Der weibliche Zyklus ist ein komplexes Zusammenspiel aus Hormonen, die sich im Laufe des Monats ständig verändern. Diese hormonellen Schwankungen steuern nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern beeinflussen auch Stimmung, Energie, Haut und Wohlbefinden.

Wir haben uns die Frage gestellt, welche Hormone wann im Zyklus wirken und was sie in deinem Körper auslösen. In diesem Artikel erfährst du deshalb unter anderem, wie der Hormonverlauf im Zyklus aussieht, welche vier Zyklusphasen es gibt und wann Östrogen und Progesteron steigen oder fallen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Dein Zyklus verläuft in vier Phasen. Er startet mit der Menstruation, darauf folgt die Follikelphase, der Eisprung (Ovulation) und danach die Lutealphase.
  • Zu den wichtigsten Hormonen im Zyklus zählen Östrogen und Progesteron, aber auch FSH und LH.

Die vier Phasen des weiblichen Zyklus

Ein durchschnittlicher Zyklus dauert rund 28 Tage, kann aber individuell ungefähr zwischen 21 und 35 Tagen variieren. Entscheidend ist nicht die genaue Länge, sondern das wiederkehrende Muster der hormonellen Veränderungen.

Der Zyklus lässt sich grob in vier Phasen einteilen:

  1. Menstruationsphase (Tag 1 bis ca. Tag 4)
  2. Follikelphase (ca. Tag 4 bis ca. Tag 14)
  3. Ovulation bzw. Eisprung (ca. Tag 14)
  4. Lutealphase (ca. Tag 15 bis ca. Tag 28)

In jeder dieser Phasen verändern sich die Konzentrationen der wichtigsten Hormone im Zyklus. Dazu gehören unter anderem Östrogen, Progesteron, das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH).

Menstruationsphase: Welche Hormone wirken beim Neubeginn des Zyklus?

Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag deiner Menstruation. Das ist zugleich der Moment, in dem alle wichtigen Hormone auf einem Tiefpunkt liegen.

In dieser Phase werden die Gebärmutterschleimhaut und das unbefruchtete Ei abgestoßen. Das nimmst du als Menstruation wahr. Die Konzentration von Östrogen und Progesteron ist jetzt am niedrigsten. Aus diesem Grund fühlen sich viele Frauen in der Menstruationsphase müde, antriebslos oder gereizt.

Aber dein Körper weiß trotz dieser gefühlten Antriebslosigkeit genau, was nun zu tun ist. In der hormonarmen Zeit erhält das Gehirn – bzw. genauer gesagt, die Hirnanhangsdrüse - das Signal, mehr FSH auszuschütten. Das bildet wiederum den Startschuss für die Follikelphase.

Follikelphase: Östrogen steigt und die Energie kehrt zurück

Nach der Menstruation beginnt die Follikelphase. In den Eierstöcken reifen zu dieser Zeit mehrere Eibläschen (Follikel) heran. Eines davon wird später zum Leitfollikel.

Das Hormon FSH (follikelstimulierendes Hormon) sorgt dafür, dass die Eibläschen schnell wachsen können. Gleichzeitig steigt das Östrogen in deinem Körper deutlich an. Es baut die Gebärmutterschleimhaut wieder auf. Das kann für mehr Energie, bessere Stimmung und einen klareren Kopf sorgen.

Du könntest dich in dieser Phase besonders produktiv, sozial und selbstbewusst fühlen. Auf diese Erkenntnisse baut übrigens auch das sogenannte Cycle Syncing auf. Bei diesem “synchronisierst” du deinen Alltag mit deinem Zyklus, um dich körperlich und geistig möglichst ausbalanciert zu fühlen.

Ovulationsphase: Der Eisprung als hormoneller Höhepunkt

Etwa in der Mitte des Zyklus, um den 14. Tag herum, erreicht das Östrogen seinen Spitzenwert. Das hohe Niveau signalisiert dem Gehirn, das luteinisierende Hormon (LH) auszuschütten.

Dieser starke LH-Anstieg löst den Eisprung aus. Das Eibläschen platzt und setzt die reife Eizelle frei. Dieses wiederum verlässt den Eierstock und wandert in den Eileiter. Du bist jetzt fruchtbar.

Das Eibläschen hat nach dem Platzen eine neue Aufgabe. Direkt nach dem Eisprung wandelt es sich in den sogenannten Gelbkörper um. Der beginnt dann sofort mit der Produktion von Progesteron.

Tipp:

Wer die fruchtbare Phase genauer beobachten möchte, kann dies beispielsweise mit breathe ilo tun. Das Zyklustracking-Tool nutzt den CO₂-Gehalt in deiner Atemluft, um dich frühzeitig auf deine fruchtbare Phase hinzuweisen.

Lutealphase: Progesteron übernimmt die Führung

Nach dem Eisprung beginnt die Lutealphase. Jetzt dominiert in deinem Körper das Hormon Progesteron. Seine Aufgabe ist, deine Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung vorzubereiten. Dadurch steigt auch deine Basaltemperatur leicht an.

Progesteron wirkt grundsätzlich beruhigend, kann aber auch Stimmungsschwankungen und Gereiztheit auslösen. Das gilt besonders, wenn sein Spiegel am Ende dieser Phase wieder sinkt. Wenn keine Befruchtung erfolgt, fällt sowohl der Progesteron- als auch der Östrogenspiegel vor der Menstruation ab. Dein Zyklus beginnt von vorn.

Warum Östrogen und Progesteron zusammen wichtig sind

Östrogen kann nicht ohne Progesteron und umgekehrt. Die beiden Hormone sind in ihrem Zusammenspiel einerseits Gegner, andererseits Partner. Östrogen steht für Aufbau, Energie und Aktivität, während Progesteron Ruhe, Stabilität und Regeneration fördert.

Beide Hormone sind notwendig, um deinen Körper und Zyklus im Gleichgewicht zu halten. Gerät das Verhältnis aus dem Lot, kann das zu Beschwerden führen. Das äußert sich etwa in Stimmungstiefs, unregelmäßigen Blutungen oder einem prämenstruellen Syndrom (PMS).

Hormonelles Ungleichgewicht: Wenn Hormone im Zyklus aus dem Takt geraten

Dein Zyklus ist kein Zufall. Doch nicht jeder Zyklus verläuft regelmäßig. Stress, Schlafmangel, starke Gewichtsschwankungen oder Erkrankungen wie PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom) können die Hormonproduktion beeinflussen.

Typische Anzeichen eines hormonellen Ungleichgewichts sind beispielsweise:

  • Ausbleibende oder sehr unregelmäßige Menstruation
  • Unerklärliche Gewichtszunahme oder -abnahme
  • Haarausfall
  • Starke Stimmungsschwankungen
  • Akne oder Hautveränderungen

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind, lohnt sich ein Zyklusmonitoring. Erste Insights gewinnst du durch Basaltemperaturmessung, die Nutzung von Zyklus-Apps oder mit dem Zyklustracking-Tool breathe ilo. So erkennst du Muster und kannst in einem nächsten Schritt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt gezielt nach Ursachen suchen.

Wenn du verstehst, wie deine Hormone im Monatsverlauf schwanken, kannst du Symptome besser einordnen, deinen Eisprung berechnen und den eigenen Körper bewusster wahrnehmen.

Dieser Artikel wurde von Alina Haidacher verfasst.