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Der Menstruationszyklus: Definition, Funktion & Ablauf

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Was passiert im Körper während eines Zyklus? Welche Hormone steuern ihn – und wie erkenne ich, in welcher Phase ich mich befinde? In diesem Artikel erfährst du alles über Dauer, Ablauf und hormonelle Zusammenhänge des weiblichen Zyklus. Verständlich erklärt, wissenschaftlich fundiert.

Schätzungen besagen, dass täglich rund 300 Millionen Menschen auf der ganzen Welt menstruieren und im Laufe ihres Lebens durchlaufen sie im Durchschnitt bis zu 500 Zyklen. Die Vorgänge im weiblichen Körper werden über viele Jahre vom Zyklus bestimmt. Und dennoch wird erst allmählich sichtbar, wie stark der Menstruationszyklus das Leben, das Wohlbefinden und die Gesundheit von Frauen beeinflusst. Grund genug also, diese komplexen und faszinierenden Vorgänge genauer zu betrachten.

Definition: Was ist der Menstruationszyklus?

Der Menstruationszyklus beschreibt den gesamten Zeitraum, in dem eine oder in manchen Fällen auch mehrere Eizellen in deinen Eierstöcken heranreifen und durch den Eisprung freigesetzt werden. Danach bereitet sich die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor und wird letztlich zusammen mit der Eizelle wieder abgebaut, sofern keine Schwangerschaft eintritt. Diesen Vorgang nimmst du als deine Menstruation oder Regelblutung wahr.

So funktioniert der weibliche Zyklus

Der Zyklus ist ein fein abgestimmter Kreislauf, bei dem sich Gebärmutterschleimhaut und Eierstöcke in einem regelmäßigen Rhythmus verändern. Dabei reift eine Eizelle im Eierstock heran, während sich gleichzeitig die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet.

Gesteuert wird dieser natürliche Prozess durch eine, welche unter anderem im Gehirn und in den Eierstöcken gebildet werden. Wie regelmäßig und ausgeprägt dein Menstruationszyklus abläuft, ist individuell verschieden und kann durch viele Faktoren beeinflusst werden.

Über die tiefgreifenden Veränderungen im weiblichen Körper während des Menstruationszyklus - besonders über die Menstruationsblutung - wurde lang kaum offen gesprochen. In den letzten Jahren hat sich erfreulicherweise vieles bewegt. Das Thema wird sichtbarer, auch in der Forschung gewinnt der weibliche Zyklus zunehmend an Bedeutung. Doch es bleibt noch viel zu tun. Denn um den Einfluss des Zyklus auf den Körper, das Wohlbefinden und den Alltag von Frauen wirklich zu verstehen, braucht es mehr Aufmerksamkeit, mehr Daten und mehr Bewusstsein. Genau hier möchten wir mit breathe ilo ansetzen. Wir verstehen uns als Teil einer Bewegung, die den Zyklus sichtbar macht und Frauen darin unterstützt, ihren Körper besser zu verstehen.

Hormonverlauf: Diese Hormone spielen beim Menstruationszyklus eine Rolle

Das follikelstimulierende Hormon (FSH), das luteinisierende Hormon (LH), Östrogen und Progesteron arbeiten in deinem Körper wechselwirksam, um den Zyklus zu steuern und die verschiedenen Phasen zu regulieren. Das ist der Hormonverlauf im Zyklus:

FSH und LH werden dabei in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) - dem zentralen Steuerorgan für vielerlei hormonelle Prozesse - im Gehirn gebildet. Die beiden Hormone sind an der Auslösung deines Eisprungs beteiligt. Zudem regen sie deine Eierstöcke zur Bildung von Progesteron und Östrogen an. Diese wiederum stimulieren deine Gebärmutter (Uterus) und bereiten sie auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Deine Brüste werden davon ebenfalls beeinflusst, denn beide Hormone bewirken eine Stimulation der Milchdrüsen. Das führt manchmal zu schmerzenden oder schwellenden Brüsten.

Infografik Hormone
Infografik Hormone

Ob deine Eizelle befruchtet wird und eine Schwangerschaft eintritt, beeinflusst die folgenden hormonellen Prozesse in deinem Körper. Im Grunde gibt es nun zwei mögliche Wege:

Keine Befruchtung

Wird die Eizelle nicht befruchtet, sinkt der Progesteronspiegel einige Tage nach dem Eisprung wieder ab. Die Gebärmutterschleimhaut, die sich zuvor aufgebaut hat, wird nicht mehr benötigt und beginnt sich abzulösen. Du blutest und dein Zyklus startet von vorn.

Erfolgreiche Befruchtung

Wird die Eizelle befruchtet und nistet sich in der Gebärmutter ein, sorgt das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) dafür, dass der Progesteronspiegel zunächst hoch bleibt. Dadurch bleibt auch die Gebärmutterschleimhaut erhalten. Die Menstruation bleibt in diesem Fall aus.

Zykluslänge: So lange dauert der Zyklus im Durchschnitt

Ein Menstruationszyklus dauert im Durchschnitt 28 Tage. Allerdings umfasst er nur bei 10 bis 15 Prozent aller Frauen immer genau die besagten 28 Tage. Die Dauer wird vom ersten Tag der Menstruation bis zum Tag vor dem Beginn der nächsten Blutung berechnet. Individuelle Schwankungen in der Länge des Zyklus sind dabei ganz normal.

Als normal und medizinisch unbedenklich gilt eine Zyklusdauer je nach Datenlage zwischen 21 bzw. 24 und 35 Tagen. Gerade bei jungen Frauen, nach dem Absetzen hormoneller Verhütung oder kurz vor den Wechseljahren kann die durchschnittliche Zykluslänge davon jedoch mitunter stark abweichen.

Dein Zyklus dauert deutlich länger oder kürzer als der Durchschnitt? Bitte kläre das mit deinen Ärzt:innen ab und achte sorgsam auf deine Gesundheit.

Wie läuft der Menstruationszyklus ab?

Dein Zyklus ist ein Kreislauf und kann grob in vier Phasen unterteilt werden. Jede dieser unterschiedlichen Phasen wird von spezifischen hormonellen Veränderungen begleitet und hat bestimmte Aufgaben.

Erste Zyklusphase

Menstruation (Tag 1 bis ca. Tag 5)

Der erste Tag deiner Blutung markiert den Beginn eines neuen Zyklus. In dieser Phase wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, weil keine Befruchtung stattgefunden hat. Es kommt zur Menstruationsblutung, die bei den meisten Frauen zwischen drei und sieben Tagen dauert.

Follikelphase (Tag 1 bis ca. Tag 13)

Schon während deiner Menstruation beginnen im Eierstock mehrere neue Follikel zu wachsen. Das Wachstum der Follikel, welche als Eibläschen eine Eizelle enthalten und Östrogen produzieren, wird durch das FSH angeregt. In jedem Follikel reift eine Eizelle heran und pro Zyklus wird eine Eizelle davon schließlich vollständig reif. Während der Follikelphase beginnt deine Gebärmutterschleimhaut zudem damit, sich erneut aufzubauen, um für eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet zu sein.

Zweite Zyklusphase

Eisprung bzw. Ovulation (ca. Tag 14)

Etwa in der Mitte deines Zyklus - meist um den 14. Tag herum - steigt der LH-Spiegel in deinem Körper sprunghaft an. Die erhöhte Konzentration des LH löst deinen Eisprung aus und lässt Ovulationstest, welche das LH messen, positiv ausfallen.

Die erhöhte Konzentration des LH löst den Eisprung aus. Die reife Eizelle verlässt deinen Eierstock und wandert in den Eileiter. Jetzt beginnt deine fruchtbare Phase. Eine Empfängnis bzw. Befruchtung ist in diesem Zeitraum am wahrscheinlichsten. Da Spermien eine Überlebensdauer von bis zu fünf Tagen haben, reicht dein theoretisches Fruchtbarkeitsfenster allerdings von vier Tagen vor dem Eisprung bis einen Tag danach.

Lutealphase (ca. Tag 15 bis ca. Tag 28)

Nach dem Eisprung bildet sich aus dem leeren Follikel der sogenannte Gelbkörper. Dieser produziert Progesteron und sorgt für den weiteren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Nur so kann dein Uterus eine möglicherweise befruchtete Eizelle aufnehmen. Bleibt die Befruchtung jedoch aus, sinkt der Progesteronspiegel gegen Ende der Lutealphase ab. Der so entstandene Progesteronmangel löst die Menstruation aus und dein Zyklus beginnt wieder von vorn. 

Wie erkenne ich, in welcher Zyklusphase ich mich befinde?

Dein Körper gibt dir in jeder Zyklusphase bestimmte Signale. Beschäftigst du dich näher damit, kannst du die Deutung dieser körperlichen Signale erlernen. Aber welche Symptome und Anzeichen weisen nun auf die unterschiedlichen Phasen hin?

Über den gesamten Zyklus hinweg verändert sich dein Zervixschleim hinsichtlich seiner Konsistenz und Menge. Der Schleim ist ein Sekret, das von den Drüsen im Gebärmutterhals produziert wird. Verändert sich dein Zervixschleim, rutschst du womöglich gerade in eine neue Zyklusphase. In der fruchtbaren Phase wird der Schleim beispielsweise spinnbar und glasig. Du kannst dir das ähnlich wie rohes Eiweiß vorstellen.

Auch deine Stimmung, dein Hautbild oder deine Libido können sich je nach Hormonlage verändern. Viele Frauen berichten außerdem in der Lutealphase von empfindlicher Haut oder mehr emotionalem Stress.

Tipp: Es gibt auch objektive Messmethoden, die dir zeigen, wo in deinem Menstruationszyklus du dich gerade befindest. So erstellen beispielsweise Zyklustracking-Apps statistische Berechnungen dazu, in welcher Zyklusphase du dich gerade befindest. Wer es genauer wissen will, kann täglich die Basaltemperatur messen. Diese steigt nach dem Eisprung leicht an. Auch LH-Tests aus der Apotheke oder Drogerie helfen dabei, den Eisprung zu erkennen.

Eine praktische Ergänzung sind Geräte wie breathe ilo. Der atembasierte Zyklustracker misst den CO₂-Gehalt deiner Ausatemluft – ein Wert, der sich im Laufe des Menstruationszyklus hormonbedingt verändert. Diese Veränderungen werden in der App sichtbar gemacht und können dir helfen, dein fruchtbares Fenster und deine Zyklusphasen besser einzuordnen und zwar ganz ohne Temperaturmessen, Urintests oder Beobachtung des Zervixschleims.

Wichtig: breathe ilo ist kein Verhütungsmittel und ersetzt keine ärztliche Diagnose, sondern dient der Unterstützung bei der Kinderwunschplanung und der Förderung des Zyklusbewusstseins.


Dieser Artikel wurde von Alina Haidacher verfasst.